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Kaputtes Teil ausmessen und ein 3D-Modell bekommen

Für die meisten Ersatzteile gibt es keine fertige Datei. Mit einem Messschieber und einer Stunde Zeit kommst du trotzdem zu deinem Teil. Hier steht, wie.

Drei Wege zur Datei

  1. Fertiges Modell suchen. Für viele Geräte gibt es Ersatzteile schon als Datei. Suche mit dem Gerätenamen und der Modellnummer vom Typenschild: 3D-Modelle finden.
  2. Selbst zeichnen. Einfache Teile wie Clips, Kappen, Halter und Distanzstücke zeichnest du in einer Stunde selbst, auch ohne Erfahrung.
  3. Zeichnen lassen. Für komplizierte Formen zeichnet dir jemand mit CAD-Erfahrung das Teil nach deinen Massen.

Das brauchst du zum Messen

  • Messschieber (gibt es ab rund CHF 10, digital ist bequemer). Ein Lineal ist für Ersatzteile zu ungenau.
  • Papier und Stift für eine Skizze, auf der du alle Masse einträgst
  • Das alte Teil, auch wenn es gebrochen ist, und wenn möglich das Gegenstück, in das es passen muss

So misst du richtig

  1. Aussenmasse: Länge, Breite und Höhe an der breitesten Stelle.
  2. Löcher: Durchmesser innen messen, und den Abstand von Lochmitte zu Lochmitte. Das ist das Mass, das am häufigsten falsch ist.
  3. Wandstärken und die Dicke von Stegen und Laschen.
  4. Rundungen und Winkel: Ein Foto von oben mit dem Messschieber daneben hilft beim Zeichnen.
  5. Jedes Mass zweimal messen. Gebrochene Teile vorher zusammenhalten oder kleben, damit nichts fehlt.

Ist das Teil verbogen oder abgenutzt, miss lieber am Gegenstück: Dort sieht man, wie gross das Teil ursprünglich sein musste.

Etwas Spiel einplanen

Gedruckte Löcher werden etwas kleiner, Zapfen etwas grösser als gezeichnet. Zeichne Löcher deshalb 0.2 bis 0.4 mm grösser, und lass bei Teilen, die ineinander stecken, 0.2 bis 0.3 mm Spiel. Mehr dazu: Passgenauigkeit und Toleranzen.

Selbst zeichnen: Tinkercad oder Fusion

  • Tinkercad (gratis, läuft im Browser): Du setzt das Teil aus Grundformen zusammen, Quader, Zylinder und «Bohrungen» zum Abziehen. Ideal für Kappen, Clips, Distanzstücke und Halter. Am Schluss Exportieren → STL.
  • Fusion (für private Nutzung gratis): Du zeichnest eine Skizze mit genauen Massen und ziehst sie in die Höhe. Besser für Teile mit vielen Massen, Rundungen und Gewinden.

Tipp: Zeichne zuerst nur den schwierigsten Teil, zum Beispiel die Lochabstände, als dünnes Plättchen und lass es drucken. Passt es, zeichnest du den Rest.

Zeichnen lassen

Wenn du nicht selbst zeichnen willst, schick einer Person mit CAD-Erfahrung deine Skizze mit allen Massen und Fotos von allen Seiten, mit Messschieber im Bild. Fragen kannst du zum Beispiel in einem Makerspace, einem Repair Café in deiner Nähe oder bei Freelancern. Mach den Preis vorher ab und lass dir die Datei als STL oder STEP geben.

Dann drucken lassen

Lade die Datei hoch, ohne Konto. Du siehst sofort die Masse des Modells und kannst sie mit deiner Skizze vergleichen. Für Teile, die halten müssen, wähle das Profil «Stabil – Funktionsteile». Ein kleines Teil kostet als Grossbrief rund CHF 12 inklusive Versand.

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